1974er Camaro von Ralf

NEU Tonaufnahmen für Computerspiel !!!

Mein Camaro wurde 1974 in Detroit USA zusammengesetzt. Zur Erinnerung ,das war zu der Zeit ,wo Captain Kirk noch seinen schmucken Rollkragenpulli trug ,die Deutschen " Fußballweltmeister " waren und sich jeder darüber aufgeregt hat, daß das Benzin bald auf unglaubliche 70 Pf. pro Liter steigen soll.

Als mein Camaro vom Band lief war er weiß und hatte die amerikanische "Schülervollausstattung", das bedeutet , lustvoll geschwungene Fensterkurbeln , ein Ersatznotrad im Kofferraum ,zwei Scheibenwischer vorne ,falls es mal regnet und natürlich feste Sitze ohne Liegestellung ,damit die Schüler nicht auf dumme Gedanken kommen. Die Maschine war ebenfalls auf junge Fahrer zugeschnitten ein kleiner 4,9 Ltr. V8 mit 140 PS, damit das Taschengeld zum tanken reicht. Es handelte sich also um einen echten "Pony Car" ,also das was ein guter amerikanischer Papa seinem Sohn zum 16. Geburtstag schenkt.

Nach seiner Geburt in Detroit ,machte der Camaro erst mal ein Jahr Urlaub keiner weiß wo und tauchte dann das erstemal in " Good old Germany " auf. Ein Pferdchen Händler aus Homberg ,(ob es sich um zwei oder vierbeinige Pferdchen handelte weiß man leider nicht) erwarb ihn. Und so wurde eine Anhängerkupplung und die guten deutschen H4 Lampen installiert. Der Tüv und der Pferdehändler waren zufrieden und nach einem Jahr wechselte der Camaro vom Hausmann zur Hausfrau und blieb mehrere Jahre in weiblichem Besitz. So wechselte er auch öfters die Farbe, wahrscheinlich immer passend zum Kleid der Damen.

Gegen 1984 war er dann nicht mehr schön genug für das weibliche Geschlecht und wurde kurzerhand für wenig Geld an einen Autofreak aus der Gegend verkauft. Das Pony war innen zwar in gutem Zustand ,jedoch etwas verrostet und ziemlich lahm (etwa 5 Ltr. Öl auf hundert KM). Und so kam es daß sein neuer Besitzer meinen alten Kumpel Udo in Kusel aufsuchte und ein technisches Update bestellte.

Es wurde vereinbart daß Udo dem Pony Leben einhaucht und sein Besitzer die Karosse in Stand setzt. So geschah es, dem Pony wurden neue Hufe verpaßt ,hinten 255/60x15 und vorne 225/60x14, die Farbe war ab jetzt goldmetallic und eine fette Corvette Hutze prangte auf der Haube, alles war nun bereit für das neue Triebwerk . Ein heißgemachter 5,4 er Diplomat Motor mit geschmiedeten TRW Domkolben und ein 4 Gang Schaltgetriebe wurden eingesetzt. Damit war ein Killer geboren, der in der Gegend Aufsehen erregte. Allerdings erregte der Kontostand seines Besitzers auch Aufsehen und so mußte er seinen Renner verkaufen.

Im Sommer 1988 erwarb ein Freund von mir das Auto und holte es nach Frankfurt. Wir waren alle begeistert, das Ding ging wie die berühmte S... und hatte nur 7000 DM gekostet. Wieder waren alle zufrieden.

Zwei Jahre später geschah es, daß mein Freund geschieden wurde und seine Frau auf den Verkauf des Fahrzeugs bestand, daß Geheule war entsprechend groß. Es mußte also was passieren, und zwar schnell, das war meine Chance.

Ich trennte mich schweren Herzens von meinem 1972er -8er 280CE Mercedes Coupe und verkaufte es an einen amerikanischen Freund, der war happy daß er mich endlich rumgekriegt hatte, er wollte den Wagen schon immer haben. Dann kaufte ich meinem anderen Freund den Camaro für 500 DM ab ,worauf seine EX- Frau einen Herzanfall bekam. (Im Vertrag standen 500 es war aber etwas mehr, logisch ).

Es begann eine neue Freundschaft, die länger halten sollte als manche menschlichen Freundschaften.

Zuerst verpaßte ich meinem neuen Wagen eine 78er Pontiac Trans Am Hinterachse mit Differenzialsperre und etwas längerer Übersetzung 2,75 da ich es leid war, im vierten Gang 130 kmh bei 5000 Umdrehungen zu fahren und jede Woche neue Reifen zu kaufen. Mit dem Rest war ich erst mal zu frieden. Zu dieser Zeit besuchte ich des öfteren auch Kumpel Udo in Kusel um diverse Kleinteile zu holen, der freute sich das alte Pony wieder mal zu sehen und erzählte mir einige interessante Geschichten über meinen neuen Freund. Ich entschied mich dafür den matten Goldmetalliclack durch ein grelles Rot zu ersetzen und spendierte noch ein paar verchromte Felgen. So vergingen die ersten Jahre ,bis mich am Autokino ein geiler Manta ärgerte und ich Ihm an der nächsten Ampel mal zeigen wollte wo "Hein den Most" holt.

Nach sechs Metern Ölspur durfte ich nach Kusel fahren und zwei Dreigang

Schaltgetriebe holen, aus denen ich mit den Resten meines geplatzten Getriebes ein neues Vierganggetriebe baute. Die Sache war peinlich genug und teuer, aber jetzt weiß ich wie groß das Ritzel ist, das die 350 HP an die Hinterachse bringt und ich halte immer die Luft an, wenn ich manche "Profis" einen Burn out machen sehe.

Es vergingen wieder zwei Jahre und mein wilder Diplomotor verlor ein Stück seiner Kurbelwelle, ich konnte aber noch nach Hause fahren, auch ohne Keilriemenrad. Es war Zeit für ein neues Herz. Da ich mit Motoren aller Art aufgewachsen bin, machte ich mich ans Werk und besorgte einen alten Corvette Block (dieser hatte 4 Bolzen, das hilft gegen Kurbelwellenbrüche)und los gings.

Das übliche ,die Kolben waren ok der Rest wurde überarbeitet und das Pony war mit ein paar PS mehr wieder auf der Straße. Wieder vergingen ein paar glückliche Jahre in denen so Sachen wie Ölkühler, elektronische Zündung, E-Lüfter, noch perversere Nockenwelle usw. eingebaut wurden, bis ich an einem schönen Sommermorgen um 4 Uhr von einer Party kam und ganz alleine auf der Autobahn war. So bei 160 KM/h sah ich einen Juppie in meinem Rückspiegel an der Lichthupe spielen ,das konnten wir uns nicht gefallen lassen ,dafür waren wir beide zu alt.

Ich ließ den Typ überholen ,der hatte das Dach seines 328er Cabrios offen, bei 10°c am Morgen und lachte mich aus. Nach Einnahme der typischen Kampfstellung, beide Hände ans Lenkrad rechter Fuß bis ans Blech, verschwand meine Frau unter dem Armaturenbrett und meine damals 3 jährige Tochter tönte von hinten: "Schneller Papa, schneller". Jetzt wollte ich mal sehn was die Haare von dem Typ bei 240 machen. Nachdem ich Ihn totgehetzt hatte (er hat bei etwas über 210 aufgegeben mit Glatze), bemerkte ich an der Ausfahrt ein leichtes klappern in meinem Motor. Die Dinger sind halt doch nicht vollgasfest.

Der Pleulagerschaden wurde notdürftig repariert und das vorerst letzte Motorenprojekt in Angriff genommen. Ein BMW Killer V8.

Mein Freund Udo lieferte 8 TRW Super High Dome Kolben, mein Freund Max einen 350, 4 Bolt Van Block und zwei 5,0 Ltr. Köpfe mit kleinem Brennraum, ich gab eine 108° Lunati Nocke und eine ED-Torkerspinne mit 1" Spacer und einen 650er Holley Doublepump Vergaser hinzu.

Die Köpfe wurden von mir mit einem Diamantfräser geportet und der kleine Brennraum an die Domkolben angeglichen, damit nix anstößt. Nach der Aktion konnten die Juppies kommen und gleich wieder gehen, denn das Ding hat jetzt 12:1 Verdichtung einen Leerlauf wie eine Harley und lebt von Super plus.Und alle sind wieder zufrieden besonders ich.

PS : für die nächste Zeit ist eine neue Lackierung geplant ,das gleiche rot ,halt nur glänzend.

Technische Daten:

Block:          GM 350 Standart 4 Bolt

Köpfe:         GM Standart 305 (5,0 Ltr. bearbeitet)

Kolben:        TRW L5122A Super Dom geschmiedet

                   Verdichtung: über 12:1

Nocke:         Lunati 108° 522 Lift (geht nur mit Schaltgetriebe)   

Intake:         Edelbrock Torker II (singel plain)       

                   Vergaser: Holley 650 Double P.                   

Luft:            Summit Chrom mit K+N Filter

Leistung:      Jenseits von Gut und Böse ,auch ohne Blower !

Getriebe:      4 Gang Schalt. von Saginaw mit Deutschen FAG

                   Lagern.