DODGE RAM Van vom Klaus

Ich bin einer der jüngsten bei PEP Cars. Erst im Frühjahr 1990 verließ ich die Chrysler Werke in Kanada. Man taufte mich auf den Namen Dodge Ram Van B250. Von dort wurde ich nach Florida gebracht um meine schöne mitternachtsblaue Inneneinrichtung und andere schöne Dinge, wie Runningboards, Trittleiter und ein außen angebrachtes Reserverad zu erhalten. Mein Name erweiterte sich um den Zusatz "Mark 3". Im September wurde ich dann, wieder zurück in meiner Heimat Kanada, zugelassen. Nun war es meine Aufgabe, eine 6 köpfige Familie auf ihren beschwerlichen Wegen zum Einkaufen behilflich zu sein. Auch fuhren wir das ein oder andere mal zusammen in Urlaub. Anfang 1997 wollte man mich dort nicht mehr haben und ich sollte gegen einen neuen Van ersetzt werden. Ich wurde dann von einem deutschen Autosammler gefunden, der mich dann nach Deutschland holte. Am 23.April 1997 setzte ich meine insgesamt 6 Wochen dauernde Reise nach good old Germany auf dem Schiff "Tellus" von Albuquerque nach Hamburg an. Von hier wurde ich nach Mainz geschafft und den strengen Regeln des mir bisher fast unbekannten TÜV unterzogen.

Mit wenigen kleineren Umbaumaßnahmen durfte ich dann auch stolz ein deutsches Kennzeichen mein Eigen nennen. Dummerweise schien in Deutschland das Benzin recht teuer zu sein, denn ich wurde immer wieder mit den Worten "Den können wir noch weiter runter drehen" in die Werkstatt gebracht und man stellte und fummelte an mir herum und ich bekam immer weniger zu trinken. Im Februar 2000 kam dann Jemand an. Oh, ich sollte schon wieder verkauft werden. Der Typ schaute mich an und sagte "Na ja, eigentlich dachte ich mehr an einen Pick-Up, aber der sieht auch ganz nett aus". Was für ein arroganter Schnösel dachte ich mir. Dann fing er an, mit einer Taschenlampe überall an mir herum zu suchen. Ha, ich und Rost.

Was denkt der von mir? Auch wenn ich einem notorischen Spritsparer gehörte, so hat er mich doch ansonsten sehr gut gepflegt. Oh, eine Probefahrt wollte er machen. "Der zieht ja gar nicht...was ist das dann?" hörte ich ihn sagen. Mein Besitzer erzählte ihm was von wegen, ich hätte ja fast nur gestanden. So ein Lügner. Die haben so lange an mir rumgeschraubt, bis ich nur noch 10 Liter Sprit auf 100 km bekommen habe. Oh, was ist nun? " Ok, ich nehme den mal mit". Ich lies mich überraschen, was man mit mir jetzt noch alles vor hat. Einige Tage später fuhren wir zusammen von Frankfurt nach Düsseldorf. In die Werkstatt? 200 km um in eine Werkstatt zu fahren? Der Typ mußte verrückt sein. Und was hatte er da für einen Karton dabei? Wollte er etwa auch an mir rumbasteln? Als wir endlich ankamen ging es dann los. Das mußte der Chef sein, denn er riß sich sofort darum, mich auf die Bühne zu schaffen. Ob das paßt? Ja, es paßt.

"Saugend" sagte der Chef. Und alle Leute, Kunden und Angestellte, standen um mich herum und schauten. Was stehen denn hier alles für Autos? Alle verbeult und zerlegt. Oh nein, der fährt Ralley.

Mir wurde Angst und Bange. Aber mein neuer Besitzer sagte: "Ich habe eine neue Zündanlage mit gebracht und Luft und Ölfilter, das bauen wir jetzt erstmal ein. Und dann schauen wir mal, was er sagt." Man schraubte und bastelte den halben Tag an mir rum, bis einer sagte: "So, laß mal an, wir schauen mal nach der Zündung. .... Was? 30 Grad zu früh? Und dann läuft der noch? Komm, das machen wir mal sofort." Sollte es ihm egal sein, wenn ich auch mal das ein oder andere Gläschen Sprit extra haben will? Ja, es ist ihm egal. Und zum Dank dafür, daß ich endlich wieder richtig durchatmen kann, brauche ich jetzt ganz freiwillig nur 13 Liter. Nur wenn er mal wieder auf der Autobahn ausprobieren will, wie schnell ich wirklich kann, das mag ich nicht. Er hat es noch nicht raus gefunden, aber ich denke, 180 km/h reichen, der Tacho ist sowieso bei 160 zu Ende. Er sagt ja immer, das man einen V8 nicht Vollgas fahren soll. Recht hat er. Meistens fahren wir auch nur ganz gemütlich 130, denn bei 2000 Motorumdrehungen bin ich so leise, das ich aufpassen muß, das mein Fahrer nicht einschläft.